PRO HOMO! Die Zeit ist reif.

Klrsex-Blog, 3. Oktober 2014
Laura Schoch
Hassgrafitti © Rosa Lila Villa Wien

Die Rosa Lila Villa ist eine wichtige Institution in Wien. Sie ist ein auffälliges politisches Statement gegen Homo- und Transphobie im Wiener Stadtbild und bietet wichtige Beratung an – auch für Jugendliche, die „anders“ lieben (wollen), als die vorherrschende Norm es ihnen vorschlägt. Letztes Wochenende wurde die Villa beschmiert: „Tötet Schwule“ und zusätzlich noch Gleichlautendes in Bosnisch-Serbisch-Kroatisch hat jemand gut sichtbar hin gesprayt. Kurze Zeit später wurde der gleiche Schriftzug an einer Schule im 10. Bezirk entdeckt. Übergriffe solcher Art sollen einschüchtern und Angst machen – aber das werden die Ewiggestrigen nicht schaffen. Für die BJV ist klar: Wir wollen all jene unterstützen, die sich täglich gegen Homo- und Transphobie wehren und ihnen so als Interessensvertretung aller Kinder und Jugendlichen in Österreich den Rücken stärken. Wo immer wir können, möchten wir Stimmen gegen Diskriminierung verstärken. Deshalb haben wir uns auch einige Vorschläge überlegt, die nachhaltig etwas verändern sollen.

Sich selbst ohne Diskriminierungen entdecken können…

Homo- und Transphobie sind nicht zu tolerieren und dennoch tief in der Gesellschaft verwurzelt. Sie machen vor Jugendgruppen, Arbeitsplätzen oder Schulen nicht halt – deshalb muss ihnen aktiv entgegengetreten werden. Besonders für Jugendliche, die damit beschäftigt sind, ihre eigene Identität, Sexualität und damit auch ihre sexuelle Orientierung zu entdecken, ist es wichtig, das möglichst ohne jegliche Form von Diskriminierung tun zu können. Der Sexualpädagogik kommt also eine wichtige Aufgabe zu. Statistiken sagen, dass 3 von 4 lesbischen oder schwulen Jugendlichen in der Schule aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verbale oder körperliche Gewalt erfahren haben. Das darf nicht sein!

…und nicht allein gelassen werden.

Homo-, bi- und transsexuelle junge Menschen müssen in der Schule gestärkt werden, ihren FreundInnen und MitschülerInnen soll ein offener Umgang mit Fragen nach sexuellen Orientierungen ermöglicht werden und von Diskriminierung betroffene Jugendliche dürfen nicht alleine gelassen werden. Die Idee, dass ausschließlich hetero Paarbeziehungen „normal“ wären, ist alt und definitiv nicht gut oder richtig. Sie ist der Nährboden für die Ausgrenzung und Ablehnung des „Anderen“. Die BJV möchte, dass im Schulalltag vielfältige Lebensformen sichtbar gemacht werden und diskriminierende Sprache enttarnt wird. Dazu aber kommende Woche mehr!
Als Einstimmung in ein Wochenende MIT HOMO, MIT TRANS, OHNE IGNORANZ noch ein passender Ohrwurm: