Schluss mit den Tabus!

Klrsex-Blog, 17. Oktober 2014
Laura Schoch

Wieso ist das kein Luftballon? – ÄHM…
Wo ist „da unten“? – ÄHM…
Wie geht schwul? – ÄHM…
Was heißt Pille danach? – ÄHM…

Wer kennt das nicht: stotternde LehrerInnen, Eltern, die nicht so recht wissen, was sie sagen sollen, Infos im Unterricht, die über naturwissenschaftliche Fragen nicht hinaus gehen und sich stattdessen selber nach Antworten auf Fragen umsehen. „Darüber“ wird einfach nicht, zu wenig oder nur aus einer erwachsenen Perspektive gesprochen. „Es“ ist im 21. Jahrhundert in Österreich anscheinend noch immer ein riesen Tabu. Tabus schaffen Sprachlosigkeit – wir sagen: Schluss damit!

Qualitätsvolle Sexualpädagogik für Alle…

Jetzt sagen einige vielleicht: Bei mir war das gar nicht so – in der Schule konnte ich nützliches Wissen sammeln und zu Hause mit meinen Eltern gab es keine Scham, über Sexualität zu sprechen. Der BJV geht es darum, dass alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen zu Infos kommen. Sexualpädagogik, wie sie derzeit läuft, wurde in einem Erlass im Jahr 1990 festgeschrieben.

Jugendliche stehen zusammen und halten Sprechblasen mit Fragen zum Thema Sexualität sowie einem ratlosen Ähm in die Höhe. © BJV/Schneider

Die Idee, wie Wichtiges rund um Körper, Gefühle, Liebe und hard facts Kindern und Jugendlichen vermittelt werden sollen, ist also 25 Jahre alt. In diesem Erlass ist auch fixiert, dass Sexualität in den Schulfächern Biologie und Religion bearbeitet werden muss. Das führt automatisch dazu, dass einerseits naturwissenschaftliches Wissen angesammelt wird und andererseits Moralvorstellungen, die vielleicht nicht für alle passen, vermittelt werden. Die Welt hat sich weiter gedreht – also ist es Zeit, dass sich was tut.

…nicht nur für einige wenige!

Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Jugendlichen sich gut mit ihren Erziehungsberechtigten über „Sex“ austauschen können. Insbesondere in der Pubertät fällt es vielen schwer, mit ihren doch engsten Bezugspersonen über scheinbar heikle Themen zu sprechen. Ähnlich verhält es sich mit Autoritätspersonen, die LehrerInnen ja sind – immerhin vergeben sie im einen Moment Noten und im nächsten soll man seine intimsten Fragen mit ihnen teilen. Es muss garantiert werden, dass Kinder und Jugendliche nicht im Dunklen tappen, deshalb soll Sexualpädagogik nicht nur Aufgabe der Erziehungsberechtigten sein, sondern muss an den Lebenswelten der Jugendlichen orientiert, ausreichend Platz in der schulischen und außerschulischen Bildung und Jugendarbeit bekommen.

Sexualpädagogik ist einer der Schwerpunkte unserer Kampagne und ich freu mich schon, wenn ihr am Dienstag mehr wisst über unser nächstes „großes Ding“ im Rahmen von RDN WR KLRSEX. Übrigens, die Postkartenaktion bestätigt unsere Thesen! Jeden Tag trudeln Karten mit Wünschen und Anregungen von jungen Menschen bei uns ein. Danke euch! Und bis 20.11. können noch Karten an uns geschickt werden, also spread the message!

Jugendliche stehen zusammen und halten Sprechblasen mit Fragen zum Thema Sexualität sowie einem ratlosen Ähm in die Höhe. © BJV/Schneider