Die Jugend bringt Hoffnung nach Paris

Die UNO-Jugenddelegierte Julia Rainer war Teil der Jugendkonferenz COY vor dem großen Umweltgipfel COP21 in Paris und berichtet von drei Tagen voller Enthusiasmus, Inspiration und Lebensfreude

„Was, du fährst jetzt nach Paris??“, diese Frage musste ich die vergangene Woche öfter hören, als ich nach den schrecklichen Anschlägen des 13. November immer noch überzeugt war zur Jugendkonferenz nach Paris zu fahren. Natürlich war auch ich etwas verunsichert und die besorgten Fragen meiner Mitmenschen machten das nicht besser, aber ich konnte nicht anders, als mir zu denken, dass jetzt erst recht der richtige Zeitpunkt war, um sich für eine bessere Welt einzusetzen – eine Welt voller Friede, Solidarität und Gerechtigkeit.

So wie ich sahen das auch 5000 andere Jugendliche, die aus der ganzen Welt in Paris eintrafen, um ihre Initiativen vorzustellen und sich zivilgesellschaftlich vor dem großen Umweltgipfel der kommenden Wochen zu mobilisieren. Leider mussten einige SchülerInnen aufgrund der Ereignisse jedoch zu Hause bleiben, was schade war, denn ihre Ideen hätten die Konferenz sicher noch mehr bereichert.

Dennoch, das was sich mir in den letzten Tagen in Paris bot, war so ganz anders als die trübselige Stimmung, die ich befürchtet hatte. Junge Tahitianer zeigten tanzend und singend die Liebe zu ihrer Heimat und führten einen traditionellen Kriegstanz, genannt Haka, auf, der uns alle stark beeindruckte. Sie taten das auch in der Ubahn, begleitet mit einer Ukulele versprühten sie polynesischen Charme und einige Franzosen waren bewegt, weil sie nach der Trauer der letzten Wochen, so eine Positivität vorgetragen bekamen. Auch ein indigener Sami, der einzigen indigenen Gruppe Europas, berührte uns alle mit seiner Darbietung eines Joiks, einer Art jodelndem Gesang, der tief mit der Natur verbunden ist und aus ihren jahrhundertealten Traditionen entspringt.

Außerdem gab es eine Modeschau mit kreativen Plastikkleidern, Spiele zum Klima, groß angelegte Banner, auf denen man seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte und Workshops zum Thema Lobbying und Kampagnenarbeit, in denen uns unter anderem erfahrene AktivistInnen von Greenpeace wichtige Tipps gaben. Zwischendurch war ich richtig überfordert von dem vielen Angebot, das auf der COY geboten wurde, aber auch beeindruckt von den vielen Initiativen und Ideen, die für die Arbeit in all unseren Heimatländern ein wichtiger Anstoß sind. Auch einige FreundInnen und AktivistInnen von meiner Zeit bei der Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 traf ich an dieser Stelle wieder und ich freute mich, dass diese Menschen, die mich damals in ihrem Enthusiasmus mitrissen, immer noch für die Veränderung unserer Welt kämpfen.

Wie würde die Welt aussehen, wenn diese Jugendlichen die Klimakonferenz COP21 führen würden? Ich bin mir sicher sie würden die Hoffnung auch in diese Verhandlungen hineintragen.