Unsere neue Vorsitzende Julia Herr im Gespräch

Seit unserer Vollversammlung hat die BJV eine neue Vorsitzende, Julia Herr von der Sozialistischen Jugend. Wir haben ihr ein paar Fragen zu ihrer Arbeit gestellt.

Julia Herr wurde von den Delegierten der BJV bei der diesjährigen Vollversammlung einstimmig als Nachfolgerin von Laura Schoch, die sich vermehrt anderen Projekten widmen wollte, bestätigt. Sie war auch zuvor in verschiedenen Projektgruppen bereits stark in die Arbeit der BJV eingebunden. Sie ergänzt nun ab sofort das vier-köpfige Vorsitz-Team, dem neben ihr auch David Neuber (Katholische Jugend), Johanna Tradinik (PfadfinderInnen Österreich) und Christian Zoll (Junge ÖVP) angehören. Wir haben mit ihr über die BJV und ihre Herzensthemen gesprochen.

Warum ist es wichtig, dass es die Bundesjugendvertretung gibt?

Julia Herr: Demokratie funktioniert nur, wenn alle Teile der Bevölkerung mitreden können und keiner benachteiligt wird! Kinder und Jugendliche können erst ab 16 Jahren wählen und sind davor in unserem politischen System nicht abgebildet- außer in der BJV. In einem Land, wo ältere Menschen so einen großen Anteil an der WählerInnenschaft haben, müssen die Interessen von jungen Menschen besonders hervorgehoben werden. Denn diese Interessen gibt es und sie sind wichtig. Der Mythos der Politikverdrossenheit stimmt ganz einfach nicht. Junge Menschen wissen ganz genau, was sie gerade stört oder was sie gerade schön finden in ihrem Leben. Es ist wichtig, dass sie von klein auf lernen, diese Bedürfnisse zu formulieren und selbstbewusst einzufordern. Unsere Gesellschaft gehört jedem Kind gleich wie jedem Erwachsenen – wir alle müssen sie gestalten können, nur dann ist sie demokratisch!

Warum engagierst du dich bei der BJV?

Julia Herr: Es gibt viele Dinge die mich in der österreichischen Politik stören. Jetzt gibt es da aus meiner Sicht drei Möglichkeiten: A) Sudern oder schimpfen B) auf bessere Zeiten hoffen oder C) aktiv werden und es besser machen. Für mich war immer klar, dass die Antwort C sein muss! Ich halte es frei nach dem Zitat von Berthold Brecht: „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht“. Wenn du unzufrieden mit der Politik bist, musst du mit anpacken! Die BJV ist dazu eine gute Möglichkeit!

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen?

Julia Herr: Jeder junge Mensch der arbeiten will, braucht eine Arbeit von der er/ sie gut leben kann.  Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und somit auch Bekämpfung von Jugendarmut sind mir daher ein wirklich wichtiges Anliegen. Wir müssen die Schere zwischen arm und reich schließen. Nur wenn Arbeitszeit, Arbeitsplätze und auch Gewinne fair verteilt werden, kann eine gleichberechtigte Gesellschaft funktionieren. Besonders wichtig ist mir auch die Gleichberechtigung für junge Mädchen.  Endlich her damit! Politik darf im Jahre 2016 keine Männersache mehr sein. Wir wissen heute, dass politische Teams die aus Frauen und Männern bestehen, besser arbeiten und bessere Ergebnisse für die Gesamtheit erzielen.

Foto: Daniel Novotny