This is a safe space!

Mit weniger Ungleichheiten in eine sichere Zukunft

Safe Spaces?

Zu Beginn stellt sich die Frage, was ist eine sichere Umgebung eigentlich ist In erster Linie geht es einmal um körperliche Sicherheit, aber ein “Safe Space“ muss noch viel mehr sein als Schutz vor körperlichen Schäden. Denken wir darüber nach: Sicherheit ist ein Menschenrecht. “Sicher“ zu sein und sich sicher zu fühlen ist eine wesentlich Aufgabe einer Gemeinschaft. Doch die Bedeutung von Sicherheit in diesem Sinne geht weit darüber hinaus, vor körperlichem Schaden beschützt zu sein.

Ein Gefühl von Sicherheit kann auch dann entstehen, wenn man seine eigene Würde und die der Menschen um sich herum als geschätzt erachtet. Wenn man die Möglichkeit hat, am gesellschaftlichen Geschehen teilzuhaben und erfährt eine Stimme zu haben, die gehört und beachtet wird. In Kürze: sicher sein kann auch bedeuten, dass jedem die gleichen Möglichkeiten offen stehen.

Gleiche und faire Chancen sind nichts Selbstverständliches! Nicht umsonst widmen die Vereinten Nationen dem Thema ein eigenes SDG und erklären weniger Ungleichheiten sozu einem der Weltziele der nachhaltigen Entwicklung. Es gibt viele marginalisierte und diskriminierte Gruppen, sei es aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, sozioökonomischen Hintergrund, Religion, Volkszugehörigkeit, Aussehen, Beeinträchtigungen oder auch dem Ort, an dem man wohnt. Teil einer solchen Gruppe zu sein, trägt dazu bei sich unakzeptiert, nicht berechtigt und ermächtigt zur Teilhabe und nicht befähigt zu gleichen und fairen Möglichkeiten zu fühlen. Und u unsere Geschichte hat uns gelehrt, dass marginalisierte Gruppen oder Gesellschaften oft nicht sicher sind. Weder im breiteren, noch im engeren Sinne.

Weniger Akzeptanz, weniger Partizipation, zu wenige Chancen: das sind auch die Herausforderungen, denen sich junge Menschen der Gesellschaft stellen müssen. Dadurch sind viele junge Menschen oft sogar doppelter Diskriminierung ausgesetzt, zuerst einfach nur aufgrund ihres Alters und zusätzlich wegen der Zugehörigkeit zu anderen marginalisierten Gruppen.

It’s about YOUth

Als österreichische UNO-Jugenddelegierte bin ich vor kurzem über zwei Wochen durch Österreich gereist und habe zahlreiche Organisationen, Projekte, Initiativen, Jugendzentren- und Gruppen getroffen. Es war eine bereichernde Erfahrung, die mich besonders darin bestärkt hat, mich für mehr Teilhabe junger Menschen auf allen Ebenen, besonders auch auf internationaler, einzusetzen. Die eine Botschaft, die sich durch alle meine Treffen zieht, war: wir jungen Menschen wollen eine sichere Zukunft mit gerechten Chancen und weniger Ungleichheiten.

Immer wieder werde ich damit konfrontiert, dass junge Menschen oft als politikverdrossen und oberflächlich wahrgenommen werden. Laut mancher begrenzen sich unsere Interessen hauptsächlich auf Social Media (checkt jetzt nicht sofort meine letzte Insta Story, ok?). Viele wissen nicht, dass sich alleine 50% der österreichischen Jugendlichen ehrenamtlich zivilgesellschaftlich engagieren und dieses Vorurteil schlichtweg nicht stimmt.

Wir sind heute so vernetzt wie nie zuvor und ich habe die Erfahrung gemacht, dass besonders junge Menschen, im Gegensatz zu älteren Generationen, bereit sind, Vielfalt zu akzeptieren und das Potenzial darin zu sehen. Die junge Generation ist auch diejenige, die sich organisiert und in Projekten aktiv mit innovativen Ideen zur Umsetzung der SDGs beiträgt. Wir sind aufmerksam und sensibilisiert für Nachhaltigkeitsthemen und bereit unseren Teil beizutragen, um eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Eine sichere Zukunft in einer Welt mit weniger Ungleichheiten, die uns allen gleiche und faire Möglichkeiten bietet.

Ist so eine Zukunft möglich? Ja!. Aber man muss uns in die Gestaltung einbeziehen. Die junge Weltbevölkerung war nie größer als jetzt, mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist heute unter 30. Wann erreichen wir den Punkt, an dem verstanden wird, dass die Jugend als aktive, wertvolle und kritische Kraft für positiven Umschwung anerkannt und gefördert werden muss?

Um die Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung unseres Planeten wirklich meistern zu können, brauchen wir Gesellschaften, in denen wir uns selbst ausdrücken können, in denen wir akzeptiert und gehört werden. Wir brauchen weniger Ungleichheiten für mehr Sicherheit und Wohlbefinden. Wir brauchen “Safe Spaces“ um uns zu entfalten und selbst aktiv zu werden. Oder, wie einst Maria Montessori sagte: “Hilf mir, es selbst zu tun“.

Verfasst von der UN Youth Delegate Natalie Haas