Das wollen Jugendliche von Europa

Ergebnisse europaweiter Jugendumfrage zur Zukunft Europas

Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft und der Europawahl 2019 richtet sich die BJV in ihrer aktuellen Kampagne Europa, das sind wir vor allem an Jugendliche und EntscheidungsträgerInnnen auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Als gesetzlich verankerte Interessensvertretung nimmt die BJV die Anliegen von jungen Menschen in den Fokus und will durch die Kampagne informieren und das Bewusstsein für das Thema Europa wecken, sowie den Anliegen von Kindern und Jugendlichen Gehör verschaffen.

Innerhalb der EU ist im Rahmen der jugendpolitischen Zusammenarbeit ein europaweiter Dialog zwischen Jugend und Politik vorgesehen. In Österreich koordiniert die Bundesjugendvertretung (BJV) diesen Dialogprozess, der die lokale und regionale über die nationale Ebene mit europäischer Politik verbinden soll.

Dieser Strukturierte Dialog ist ein europäisches Instrument, um den Austausch zwischen Jugendlichen und politischen EntscheidungsträgerInnen zu fördern. Ein Teilaspekt des Strukturierten Dialogs ist eine europaweite Umfrage. Von Dezember 2017 bis Februar 2018 haben sich rund 50.000 junge Menschen zwischen 11- und 30 Jahren an Online -und Offline Befragungen beteiligt.

Die Fragen wurden von europäischen Jugendforschern erarbeitet, aufbauend auf qualitativen Interviews und Gesprächen mit JugendvertreterInnen aus Europa. Der Fragebogen beschäftigt sich insbesondere mit den Prioritäten junger Menschen für ein gemeinsames zukünftiges Europa.

Allein in Österreich haben rund 1650 junge Menschen an der Online- Befragung teilgenommen und ihre Prioritäten für die Vision Europas bekannt gegeben.

Jungen Menschen in Österreich und Europa ist es besonders wichtig, dass sie Einfluss auf Entscheidungen haben (92%), die sie und ihre nächste Umgebung betreffen und dass sie durch Bildung Fähigkeiten für die Zukunft erlernen (96%). Außerdem wollen junge Menschen auf zukünftige Formen von Arbeit vorbereitet sein (87%) und zuverlässige Informationsquellen (87%) finden können.

 

Jungen Menschen ist es ebenso wichtig, dass sie Unterstützung bei der Berufswahl in der Schule (87%) bekommen und die Möglichkeit haben Freiwilligenarbeit (69%) zu machen.

 

Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass junge Menschen klare Prioritäten und Erwartungen an die zukünftige europäische Jugendpolitik haben. Junge Menschen wollen Teil von politischen Entscheidungsprozessen sein und aktiv miteinbezogen werden. Allerdings sind junge Menschen in gewählten politischen Institutionen und Ämtern stark unterrepräsentiert: So waren nach der Europawahl 2014 nur zwölf Mitglieder des Europäischen Parlaments unter 30 Jahre alt.

Die zentralen Forderungen, die sich für die BJV aus den Ergebnissen der Befragung zusammenfassen lassen, sind:

  • Jugendanteil im Europäischen Parlament (unter 30-Jährige) von mindestens 10% aller Abgeordneten
  • Europaweite Wahlaltersenkung auf 16 Jahre auf allen Ebenen
  • Ausreichende finanzielle Ausstattung von inklusiven und niederschwelligen Jugendförderprogrammen und Jugendbegegnungen
  • Verstärkte gesamteuropäische Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit (EU-Jobbörse, breite Jugend-Beschäftigungsinitiative)
  • Förderung europäischer Mediennetzwerke (vgl. Presseförderungen), um Fernsehsender, Nachrichten, Berichterstattung und Programme mit dezidiert europäischer Ausrichtung zu ermöglichen