Equal Pay Day

Bundesjugendvertretung zum Equal Pay Day: 80 Tage zu viel!

Das BJV Frauenkomitee fordert bessere Berufsorientierung und Maßnahmen gegen Ungleichbehandlung am Arbeitsmarkt.

Zum diesjährigen Equal Pay Day macht das Frauenkomitee der Bundesjugendvertretung (BJV) wieder darauf aufmerksam, dass (junge) Frauen nach wie vor mit ungleichen Voraussetzungen am Arbeitsmarkt zu kämpfen haben. Julia Rainer, Sprecherin des Frauenkomitees der BJV, dazu: „In Österreich gibt es immer noch große Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Am 13. Oktober ist der diesjährige Equal Pay Day, das heißt, statistisch gesehen haben Männer an diesem Tag jenes Einkommen erreicht, für das Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. Anders gesagt: Ab heute arbeiten Frauen rechnerisch gesehen gratis. Das müssen wir ändern und zwar jetzt. Weil unsere Arbeit gleich viel wert ist.“

Zahlen der Statistik Austria belegen diesen Missstand

Im Mittel verdienen Arbeiterinnen und weibliche Angestellte nur 34% bzw. 51% des Bruttojahreseinkommens ihrer männlichen Kollegen (2014). Dies liegt zu einem Teil an der überproportionalen Teilzeitbeschäftigung von Frauen. Rund 80% der Teilzeitbeschäftigten waren 2015 Frauen, von allen erwerbstätigen Frauen arbeiten 47% in Teilzeit, bei den Männern sind es nur 11%. Aber: Auch wenn ganzjährig vollbeschäftigte Personen verglichen werden, ergibt sich ein sehr ungleiches Bild. Gesamt gesehen betrug 2014 hier das mittlere Einkommen von Frauen nur 82% des Einkommens ihrer männlichen Kollegen (Beispiel: Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen eines männlichen Angestellten betrug 2014 53.480 Euro, für weibliche Angestellte 35.341 Euro).

(Quelle: Statistik Austria, Österreich Zahlen Daten Fakten, Februar 2017)

Es braucht Maßnahmen, jetzt!

Das BJV Frauenkomitee schlägt zur Beseitigung des Gender Pay Gaps verschiedene Maßnahmen vor. Julia Rainer dazu: „Umdenken beginnt im Bildungssystem. Junge Frauen sollen besonders in jenen Berufsfeldern gefördert werden, die nach wie vor männlich dominiert sind. Hier kann ein Pflichtfach Berufsorientierung, das geschlechterspezifisch angelegt ist, ein Anfang sein. Außerdem muss man sich die Lohnniveaus von jenen Berufen ansehen, in denen hauptsächlich Frauen tätig sind. Es kann nicht sein, dass gerade hier die Entlohnung am geringsten ist.“

Ein besonderes Problem ist auch die Armutsgefährdung von Frauen. Julia Rainer weiter: „Schlechte Bezahlung, aber auch unbezahlte Betreuungspflichten, die großteils immer noch Frauen erledigen, führen bei vielen Frauen in die Armutsfalle. Dies wirkt sich nicht nur auf die Frauen selbst aus, sondern natürlich auch auf ihre Kinder. Wir müssen daran arbeiten, (Kinder-) Armut massiv entgegenzusteuern. .“

Abschließend richtet Rainer noch einen Appell an die kommende, neue Bundesregierung: „Die Beseitigung des Gender Pay Gaps sollte für die neue Regierung Priorität haben. Denn wir alle verdienen faire Bezahlung und Gleichbehandlung!“