Extending entitlements – Unterstützung ausweiten!

Im Projekt „Extending entitlements: making the Youth Guarantee work for youth leaving alternative care“ kooperierte die BJV mit dem Croatian Youth Network und kroatischen NGOs, die sich für die Rechte ehemaliger Pflegekinder einsetzen.

Ziel des Projektes war, die Unterstützungsansprüche dieser sogenannten „care leavers“ auszuweiten und somit ihren Übergang in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Kooperation entstand auf Basis der Erkenntnis, dass Jugendliche aus Pflegeheimen und -familien („alternative care“) mit Erreichen der Volljährigkeit mehrere Übergänge in die Selbstständigkeit vollziehen müssen: finanziell, beruflich und was ihr Wohnumfeld betrifft – und das ohne jegliche Unterstützung durch erwachsene Bezugspersonen. Diese parallelen Herausforderungen stellen junge Menschen vor erhebliche Probleme, nicht zuletzt weil viele staatliche Unterstützungsangebote nach dem 18. Lebensjahr abrupt enden.

Mit dieser erzwungenen Selbstständigkeit tun sich care leavers extrem schwer. Das hat zur Folge, dass eine qualitativ hochwertige (Aus-)Bildung und Beschäftigung oftmals nicht in einem geregelten Maße möglich ist. Zugleich ist diese Voraussetzung für care leavers aber viel wichtiger als bei ihren AltersgenossInnen, welche weiterhin Unterstützung durch ihre Eltern erfahren. Das Projekt beanspruchte daher, den Übergang von care leavers in den Arbeitsmarkt in verschiedenen europäischen Staaten zu untersuchen und daraus Empfehlungen abzuleiten. Zugleich wurde analysiert, inwiefern das Programm der „EU-Jugendgarantie“ dazu genutzt werden kann, diese spezielle Gruppe von benachteiligten Jugendlichen besser zu unterstützen.

Zentrale Projektergebnisse sind u.a. eine Analyse der Situation von care leavers beim Eintritt in den Arbeitsmarkt in 10 verschiedenen EU-Staaten sowie ein Report, der die Ergebnisse eines 2-tägigen internationalen Workshops in Zagreb im Februar 2015 zusammenfasst. Dort wurden konkrete Empfehlungen erarbeitet, um care leavers zukünftig einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen, u.a. durch gezielte Beratung von Seiten der Arbeitsvermittlung bzw. dafür geschulten SozialarbeiterInnen. Nicht zuletzt konnte die Zusammenarbeit mit verschiedenen NGO’s aus Deutschland und Kroatien intensiviert werden, die sich für die Rechte von Pflegekindern und care leavers einsetzen.