Gedenkfeier in Mauthausen 2016

Zahlreiche Kinder- und Jugendorganisationen beteiligten sich anlässlich des 71. Jahrestages an der Internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier in Mauthausen. Insgesamt nahmen 6.000 Menschen an den Feierlichkeiten teil, wo der Befreiung heuer unter dem Motto "Internationale Solidarität" erinnert wurde.

Im Zuge einer kompletten Neuausrichtung der Befreiungsfeier verlief der Jugendgedenkmarsch erstmals nicht vom Steinbruch Wiener Graben über die ehemalige Todesstiege zum Jugenddenkmal. Vielmehr wurde mit dem gemeinsamen Auszug aus dem Lager, der von überlebenden Häftlingen des ehemaligen KZ Mauthausen angeführt wurde, der Befreiungsgedanke stärker betont.

In ihrer eindrücklichen Rede beim Jugenddenkmal verknüpfte BJV-Vorsitzende Julia Herr die Bedeutung der internationalen Solidarität unter den damaligen Häftlingen mit dem großen Wert dieser Solidarität in der gegenwärtigen politischen Lage in Österreich und Europa. Die Tatenlosigkeit der EU und die politischen Konflikte zwischen einigen Mitgliedsstaaten seien angesichts des legitimen Schutzbedürfnisses von Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Verfolgung ein riesiges Problem.

Im Gegenzug habe das eindrucksvolle und breite Engagement insbesondere junger Menschen im Umgang mit geflüchteten Menschen bewiesen, dass gelebte und überzeugte Solidarität in Österreich und darüber hinaus zu wesentlichen Verbesserungen in der Gesellschaft führen könne. Auf diese Weise könne das Eintreten gegen rassistische Hetze auch praktisch unterstützt und zu einem besseren Gesellschaftsklima beigetragen werden.

 

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